Deutscher Wetterdienst
Wetter- und Warnlage für Deutschland
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach
am Donnerstag, 27.02.2020, 10:15 Uhr

Über der Mitte und dem Süden Schnee, in Hochlagen auch ergiebig. Im
Süden ab dem Abend Sturm. Nachts Frost und verbreitet Glätte.

Wetter- und Warnlage:
Mit nordwestlicher Strömung gelangt Meeresluft polaren Ursprungs nach
Deutschland. Dabei zieht heute Tief "Bianca" knapp südlich der
Main-Linie nach Osten und bringt dem Süden eine Sturmlage, ansonsten
über der Mitte Schnee bis in tiefe Lagen.

GLÄTTE/SCHNEE:
Zunächst nur im Bergland Glätte durch überfrorene Nässe und Schnee.
Am Nachmittag, Abend und zunächst auch noch in der Nacht in der Mitte
und im Süden aufkommende Niederschläge, außer im Südwesten bis in
tiefe Lagen als Schnee. Dabei 1 bis 5 cm Neuschnee, stellenweise
mehr, örtlich aber auch nur Schneematsch mit Glättegefahr.
Oberhalb von 400 bis 600 bis in die zweite Nachthälfte hinein 5 bis 9
cm, in Staulagen über 10 cm, exponiert über 15 cm Neuschnee
wahrscheinlich.
In der zweiten Nachthälfte nachlassende Schneefälle, morgens nur noch
im Südosten etwas Schnee. Bei auflockernder Bewölkung dann
stellenweise Glätte durch Überfrieren.
Im Norden und Osten nur einzelne Schauer, in den Niederungen teils
Regen, teils Schnee, dabei in der kommenden Nacht ebenfalls
Glättegefahr und in höheren Lagen auch etwas Neuschnee.

FROST:
Heute Früh und in der kommenden Nacht oberhalb von 400 m durchweg, in
tiefen Lagen bei Aufklaren stellenweise leichter Frost.

WIND/STURM:
Heute zunächst nur auf exponierten Berggipfeln Sturmböen Bft 9.
Am späten Nachmittag im Südwesten deutlich auffrischender Südwest-
bis Westwind, bis in tiefe Lagen mit stürmischen Böen und Sturmböen,
allmählich auf die ganze Südhälfte (von knapp nördlich der Donau bis
zu den Alpen) ausweitend. Dabei vor allem im Alpenvorland verbreitet
schwere Sturmböen (Bft 10), in exponierten Lagen orkanartige Böen
(Bft 11) nicht ausgeschlossen.
Auf den Bergen Süddeutschlands verbreitet schwere Sturm- bis
Orkanböen (Bft 10 bis 12).
Im Laufe der zweiten Nachthälfte von Westen her rasch abnehmender
Wind.
In der Mitte und im Norden im Laufe der Nacht lediglich in
Gipfellagen der Mittelgebirge stürmische Böen, im Nordseeumfeld
nachts steife, exponiert stürmische Böen.


Detaillierter Wetterablauf:
Heute vor allem in der Nordosthälfte teils aufgelockerte Wolken und
vereinzelt Schauer. Im Vormittagsverlauf im Westen und Südwesten
zunehmende Bewölkung und aufkommender Niederschlag, im Tagesverlauf
ostwärts ausbreitend. Teils bis in tiefe Lagen Schnee, nur im
Südwesten vorübergehend bis ins mittlere Bergland in Regen
übergehend. Im Westen und in der Mitte sowie an den Alpen oberhalb
400 m teils auch ergiebige Schneefälle. Höchstwerte zwischen 1 Grad
in der Eifel und bis 8 Grad im Osten und Südosten. In der Mitte
vorübergehend auf Ost drehender Wind. Im Süden auffrischender
Südwest- bis Südwind und gegen Abend erste Sturmböen, im Bergland
Orkanböen.
In der Nacht zum Freitag Verlagerung des Niederschlaggebiets über die
mittleren Landesteile in den Osten und Südosten. Dabei weiter teils
kräftige Schneefälle, in tiefsten Lagen teils auch Regen. In der
Nordhälfte Schnee-, Regen- und Graupelschauer, im Nordseeküstenumfeld
vereinzelt Gewitter. Gegen Morgen im Westen abklingende Schauer.
Abkühlung auf +2 bis -2 Grad, bei längerem Aufklaren bis -5 Grad.
Dabei verbreitet Schnee- und Eisglätte. In Süddeutschland anfangs
stürmische Böen oder Sturmböen, teils schwere Sturmböen, in Hochlagen
orkanartige Böen. Im Norden anfangs schwacher bis mäßiger
Nordwestwind.

Am Freitag wechselnd bewölkt, an der See und an den Alpen auch länger
sonnig. In der Osthälfte abziehende Schauer mit einem Mix aus Schnee,
Schneeregen und Regen. Zum Abend von Westen und Südwesten
Wolkenverdichtung, meist aber noch niederschlagsfrei. Höchstwerte
zwischen 4 und 9 Grad, am südlichen Oberrhein bis 11, in den
östlichen Mittelgebirgen um 0 Grad. Schwacher bis mäßiger Westwind,
in der Osthälfte tagsüber mit Windböen, später auf Süd drehend und
nachlassend.
In der Nacht zum Samstag von Westen und Südwesten ostwärts
ausgreifende dichte Bewölkung und einsetzender Regen.
Oder-Neiße-Region bis zum Morgen wahrscheinlich noch trocken. Im
Bergland anfangs als Schnee, rasch in Regen übergehend. Nur
vereinzelt Glätte nicht ausgeschlossen. Tiefstwerte zwischen +5 und
-4 Grad, mit den tiefsten Werten im äußersten Südosten. Erneut
auffrischender Südwind, vor allem im Bergland und an der See mit
starken bis stürmischen Böen.

Am Samstag bei wechselnder bis starker Bewölkung weiter unbeständig
mit Regen und Regenschauern, im Bergland zum Abend auch etwas Schnee.
Örtlich Gewitter. Größere Auflockerungen vor allem im Südosten.
Höchsttemperaturen im Osten 6 bis 10 Grad, sonst 9 bis 16 Grad. Im
Tagesverlauf von Westen auffrischender Wind, dann bis ins Flachland
starke bis stürmische, an der Küste sowie auf den Berggipfeln
Sturmböen oder schwere Sturmböen.
In der Nacht zum Sonntag zunächst verbreitet Schauer, etwa bis 300 m
herab als Schnee. Im Verlauf der Nacht überwiegend abklingend. An den
Alpen länger anhaltender Niederschlag, oberhalb von etwa 800 Metern
als Schnee. Temperaturrückgang auf 5 bis 1 Grad, in höheren Lagen der
Mittelgebirge leichter Frost. Abgesehen vom Nordosten weiter starke
bis stürmische Böen, im Bergland Sturmböen, allmählich nachlassend.

Am Sonntag wechselnd bewölkt und gebietsweise Schauer, teils
gewittrig, im Bergland etwas Schnee. Erwärmung auf 7 bis 13 Grad.
Wiederauflebender Südwestwind, zeitweise starke, vor allem im
Nordwesten und Westen sowie im Bergland stürmische Böen. An der See
Sturmböen, auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen.
In der Nacht zum Montag nachlassende Schauertätigkeit, von Westen im
Laufe der Nacht neuer schauerartiger Regen, in Kammlagen Schnee. Nur
vorübergehend größere Auflockerungen. Abkühlung auf 6 bis 0 Grad, bei
längerem Aufklaren sowie im Bergland leichter Frost. Bevorzugt an der
Nordsee und im Bergland in Böen noch stürmischer Südwestwind.


Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach, MSc.-Met. Sebastian Schappert



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